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Corona Krise – 7 Empfehlungen, wie sich Jungunternehmer*innen bewähren können.

Michael Sauter,  Entrepreneur, Coach, Innovation Specialist, Bernapark Zentrum für Innovation und Digitalisierung
Zweifelsohne wird die aktuelle Krise die meisten Startups hart treffen. Entscheidungen werden deutlich langsamer getroffen. Neues wird wenig bis keine Priorität haben. Lieferketten werden erschwert sein. Business Pläne können nicht eingehalten werden. Schnell kann die Corona-Krise zur Liquiditätskrise in den Unternehmen führen. Wie können Jungunternehmer*innen möglichst gut mit dieser Krise umgehen?

Das Zentrum für Innovation und Digitalisierung (ZID) hat 7 Empfehlungen für dich ausgearbeitet:

1) Bleib positiv und sei kreativ!
Die Corona-Krise hat niemand voraussehen können. Es ist definitiv nicht deine Schuld und niemand kann dir etwas vorwerfen. Versuche, wenn immer möglich, positiv zu bleiben. Es ist ganz klar ein unternehmerisches Prinzip, den Tatsachen, bzw. den Veränderungen in die Augen zu schauen und dann wieder (neue) Lösungen zu finden. Mit Panik bist du definitiv schlecht beraten.

2) Antizipiere, was kommen könnte
Versuche vorher zu sehen, was kommen wird und überlege dir, wie sich dies auf euer Unternehmen und euer Umfeld (Kunde, Lieferanten, Team, Finanzen, etc.) auswirken wird. Rechne damit, dass die Corona Krise uns das ganze Jahr beschäftigten wird. Plane dementsprechend und kommuniziere dies auch.

3) Liquidität ist zentral
Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind die geplanten Umsätze für die meisten Startups nicht realisierbar. Dies kann relativ rasch zu Liquiditätsengpässen führen. Daher gilt, Kosten sparen, wo immer es möglich und sinnvoll ist. Sei kreativ und überlege dir zum Beispiel, ob allenfalls Body-Leasing an andere Firmen Sinn macht und du so Kosten sparen kannst. Es gibt bestimmt noch weitere Möglichkeiten, wie du Kosten sparen oder decken kannst.
Besonders in diesen Tagen ist die Liquiditätsplanung mit verschiedenen Szenarien ein absolutes Muss. Stelle sicher, dass genügend Kapital vorhanden ist und plane dabei konservativ. Gehe gleichzeitig proaktiv auf deine Investoren*innen zu und besprich die möglichen Szenarien. Je früher du dies tust, desto besser. Die Investoren*innen werden dies verstehen und deine Professionalität schätzen.

4) Nutzt die Zeit
Es macht aktuell eher wenig Sinn, in «Cold Calls» oder Kampagnen zu intensivieren, da die Menschen etwas anderes im Kopf haben. Ausnahme ist, wenn du ein Produkt oder eine Lösung hast, die exakt in der Krise hilft. 
Nutze die Zeit, um jetzt Projekte anzugehen, die du schon immer machen wolltest. Verbessere dein Produkt, Prozesse, die Customer Experience oder was auch immer. Ziel muss sein, dass nach der Krise deine Firma besser aufgestellt ist als je zu vor.

5) Erkenne Chancen
Jede Krise bringt auch neue Chancen hervor. Versetze dich in deine Kunden und verstehe die neue Ausgangslage. Nutze die gesamte freiwerdende Teampower und hole dir allenfalls Hilfe, um dies zu tun. Wo und wie könnt ihr eure Kunden unterstützen? 
Es ist absolut legitim, Lösungen anzubieten, die in dieser Krise helfen. Nicht legitim ist es, den Kunden unter dem Vorwand der Corona-Krise für eurer Produkt zu überreden. 
Ziehe auch dein Team in die Überlegungen mit ein. Sie sollen ebenfalls Vorschläge machen und bei der Umsetzung, eure Firma zu verbessern, helfen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

6a) Profiliere Dich als Krisenmanager*in
Krisen bieten dir immer die Chance, dich als Krisenmanager*in zu profilieren. Agiere proaktiv und entwickle sinnvolle Massnahmen. Dies erzeugt bei den Mitarbeitenden und Investoren*innen Vertrauen. Sie werden dies nicht vergessen.
Auf der anderen Seite bietet sich auch deinen Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich selbst zu profilieren. Du wirst rasch sehen, wer sich für das Unternehmen wirklich einsetzt. Langfristig solltest du auf diejenigen setzen, die in Krisen für das Unternehmen kämpfen. In diesem Sinne; stärke dein Team in der Krise.

6b) Halte das Team zusammen
Gehe auf die Ängste und Sorgen der Mitarbeiter*innen ein und adressiere diese. Unter Umständen funktioniert die Kinderbetreuung nicht mehr. Hilft mit eine gute Lösung zu finden. Die Mitarbeiter*innen werden es dir danken.
Nutze tägliche, digitale Stand-up Meetings, um dich und dein Team zu organisieren und den Gemeinschaftssinn hochzuhalten. Es wird nun mehr Strukturen und Zeit brauchen, damit dies gut funktioniert. Sei auch hier kreativ. Kaffeepause geht auch digital.

7) Bereite dich auf die Zeit nach der Corona Krise vor
Die gute Nachricht ist, es wird auch eine Zeit nach der Corona Krise geben. Diese wird aber sicherlich eine andere sein als die zuvor. Wir rechnen damit, dass die Digitalisierung deutlich mehr Akzeptanz bekommt, bzw. die Welt digitaler agieren wird, als je zuvor. Es macht daher Sinn, sich sehr digital aufzustellen. Auch glauben wir, dass die Sinnhaftigkeit wichtiger wird. Überlege dir, wie sich dein Unternehmen aus der Krise heraus entwickeln soll.