«Made in Solothurn»

  • 22. Februar 2021

Die Digitalisierung der Pflege hat sich das Solothurner Startup-Unternehmen QUMEA auf die Fahne geschrieben. Unsere Gesellschaft wird immer älter und beansprucht laufend mehr Pflege. Das Gesundheitswesen steht unter notorischem Kostendruck und Pflegeressourcen sind ein knappes Gut. Die entwickelte Lösung mit hochpräzisen 3D-Radarsensoren, künstlicher Intelligenz und intuitiver App soll ein Werkzeug für die Pflegenden sein zur bestmöglichen Patientenbetreuung.

Unsere Gesellschaft wird immer älter und beansprucht laufend mehr Pflege. Das Gesundheitswesen steht unter notorischem Kostendruck und Pflegeressourcen sind ein knappes Gut. Eine mangelhafte Betreuung birgt Risiken für Vorfälle mit zusätzlichen gesundheitlichen und finanziellen Folgen. So ereignen sich etwa an Schweizer Spitälern jährlich über 55'000 Stürze mit gesellschaftlichen Folgekosten von über CHF 1.5 Milliarden. Gleichzeitig verbringt eine Pflegerin 1:41 h pro Tag mit Laufen, ein gewichtiger Teil davon für unnötige Kontrollgänge.

QUMEA adressiert genau dieses Problem des Pflegeengpasses und hat sich der Digitalisierung der Pflege verschrieben. Die in Solothurn entwickelte Lösung besteht aus einem hochpräzisen 3D-Radarsensor, künstlicher Intelligenz und intuitiver App. Der Sensor wird diskret im Raum installiert, erfasst und lokalisiert feinste menschliche Bewegungen bis hin zu Atmung und Puls. Die künstliche Intelligenz ermittelt Position, Haltung und Konstitution der im Raum befindenden Personen. Somit wird erkannt, ob der Patient unruhig ist, sich aufzusitzen beginnt, aufsteht oder hinfällt. Daraus resultiert ein Werkzeug zur bestmöglichen Patientenbetreuung und Sturzprophylaxe. Zusätzlich können therapeutische Entscheidungen dank den aufgezeichneten Bewegungsdaten validiert werden. Dies alles diskret, unauffällig und bei vollständiger Wahrung der Privatsphäre aller Beteiligten.

QUMEA ist ein Technologie Startup welches Ende 2019 in Solothurn gegründet wurde. Cyrill, David und Ido kennen sich aus einer vorherigen Zusammenarbeit bei einem erfolgreichen Startup aus dem Kanton Bern. Die Faszination für die Radartechnologie und das Streben, diese gewinnbringend einzusetzen, hat sie in die Selbstständigkeit getrieben. Mit ersten Prototypen hat das Team früh nach der Gründung bereits gezeigt, dass menschliche Vitalzeichen auf Distanz und durch Materialien wie Schnee oder Beton hindurch, aufgefunden werden können. Zeitgleich beklagte ein Basler Spital die fehlende Möglichkeit, Patienten kontaktlos und unter Wahrung der Privatsphäre zu überwachen. Das heutige Produkt ist somit direkt aus einem Marktbedürfnis heraus entstanden und soll das Gesundheitswesen nicht nur in der Schweiz revolutionieren. Vor wenigen Wochen durfte QUMEA schliesslich ihren ersten Kunden feiern, der das System bereits operativ einsetzt. Weitere interessierte Institutionen testen die Lösung zurzeit.

Mittlerweilen beschäftigt die Firma 6 Vollzeitangestellte, welche das Ziel haben, die Pflege und die Patientenbetreuung digital zu unterstützen. Das Team besteht aus Experten in Software, Algorithmik, Hardware und Vertrieb und stellt damit möglichst viel Wertschöpfung in der Firma sicher. Ein weiterer Höhepunkt folgte vor wenigen Tagen, als QUMEA zum Top60 Event der DeVigier Stiftung eingeladen wurden. Dies ist bereits als Erfolg zu deuten, wenn man die riesige Start-up Landschaft der Schweiz kennt. Nichtsdestotrotz hat man nun Blut geleckt und hofft auf ein Weiterkommen in die Top16. Nebenbei wurde in den letzten Wochen ein InnoSuisse Projekt mit dem Switzerland Innovation Park in Biel aufgegleist, welches Anfang April starten soll. Ziel ist es, auf der bestehenden Hardware ein erstes Medizinalprodukt auf den Markt zu bringen. Weil es sich dabei um eine kostenintensive Forschungsarbeit handelt, rechnet das Unternehmen stark mit dieser Innovationsförderung aus dem Bundestopf. Apropos Kosten: Für die Finanzierungsrunde, welche im April ansteht, wurden innerhalb kürzester Zeit genügend Investoren gefunden, um das gewünschte Kapital und Wissen zu stemmen.

Mit bereits zwei angemeldeten Patenten möchte QUMEA zukünftig im internationalen Gesundheitswesen eine wichtige Rolle spielen. Tausend Sensoren sollen bis in 2 Jahren national und international im Einsatz sein. Das Unternehmen setzt hierfür voll auf die Schweiz, genauer auf Solothurn: Sowohl die Entwicklung, Produktion wie auch die Administration werden vollständig selbst sowie mit lokalen Partnern abgedeckt. Damit wird aus «Made in Switzerland» «Made in Solothurn».

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